Die kanadische Autorin Jessica Lee schreibt ein genaues Taiwan-Porträt: Naturbetrachtungen durchdringen persönliche Reflexionen, die eigene Familiengeschichte wird zur Geschichte der komplexen Inselrepublik.
Alle Artikel der Kategorie ‘Rezensionen’
Suchen statt erklären
Wie soll ich davon erzählen, fragt sich Lea Schneider – Autorin und Übersetzerin chinesischer Lyrik – beim Sammeln all ihrer Gedanken, Erlebnisse, Eindrücke, beim Schreiben über China, wie kann man über China schreiben, wenn nicht suchend, wie kann ich also darüber schreiben, was und wie Lea Schneider über China schreibt?Sie erzählt in einer Mischform aus […]
Kungfu in Worte fassen – das kann nur Jin Yong. Und nun die Übersetzerin Karin Betz.
Die äußerliche Kraft ist nichts ohne die innere – das ist eine der Kernaussagen des Romans „Die Legende der Adlerkrieger“ von Jin Yong, dem Meister des Kungfu-Romans.
Unbekanntes Singapur
Viel Stoff hat sich Jeremy Tiang mit seinem Singapur-Roman Das Gewicht der Zeit vorgenommen. Die zumindest mir unbekannte Geschichte des heutigen Stadtstaates über die Kommunistenverfolgungen in den 50er-Jahren erzählt er aus der Perspektive von sechs Personen. Eine Frau lässt ihren Mann mit zwei kleinen Kindern zurück: „War sie voller Angst oder gelassen, als sie aufblickte […]
Ein modernes vietnamesisches Märchen vom Prenzlauer Berg
Gastbeitrag von Anne Webert Was Wassermarionetten, Kegelhüte und Affenbrücken mit Berlin und der ehemaligen DDR zu tun haben? Im Debüt von Karin Kalisa kommen sie unerwartet zusammen und verhelfen dem Prenzlauer Berg zu vietnamesischen Momenten. Die Autorin verknüpft lauter kleine Geschichten zu einem farben-formen-frohem Ganzen. Es ist ein wenig wie im Straßencafé zu sitzen […]
Das Problem mit Heldinnen
Die Ambivalenz eines Heldinnenlebens in wenigen Worten und mit einer stupenden Präzision zu verdichten, um damit gleichsam die Widersprüche dieses Jahrhunderts auf den Punkt zu bringen – das ist Anne Weber in ihrem „Heldinnenepos“ auf beeindruckende Weise gelungen. Denn sie wählte die freie Versform, um den Fluss dieses mühevollen Lebens aufzuzeichnen. Meine Notizen zum Leben […]
Unbekanntes Singapur
Viel Stoff hat sich Jeremy Tiang mit seinem Singapur-Roman Das Gewicht der Zeit vorgenommen. Die zumindest mir unbekannte Geschichte des heutigen Stadtstaates über die Kommunistenverfolgungen in den 50er-Jahren erzählt er aus der Perspektive von sechs Personen. Eine Frau lässt ihren Mann mit zwei kleinen Kindern zurück: „War sie voller Angst oder gelassen, als sie aufblickte […]
Widersprüchlich
Dass es möglich sein soll? Nur der Blick auf ein Foto, eine Reportage über einen Mann, dessen politische Karriere und chinesische Frau evozieren eine Flut von Erinnerungen, reißen einer Kaskade von Assoziationen gleich die im US-amerikanischen Exil aufgerichtete Seelen-Mauer ein. Was im alltäglichen Leben fast unmöglich, jedenfalls übertrieben scheint, ist ein gängiges literarisches Verfahren, das […]
Von Mohn und Farn
Mohnblüte I Anfangs hielt ich es für die Erinnerung an ein Origami,was da unter dem Dachvorsprung über dem Wasser hing und mir zufällig in den Blick geriet.Doch bevor ich genauer hinsah, verwandelte es sichin den Ton einer Zither, wie eine Feder über dem Ort des Abschieds schwebend,die ein Vogel im Flug unabsichtlich fallen ließ.Tief ins […]
Schreiben – mit ungewissem Ausgang
„Im Garten meiner Mutter“ erzählt die Geschichte einer Mutter, die selbstbestimmt in den Tod geht, und einer Tochter, die mit dem festgesetzten Datum konfrontiert wird.




