Taiwankatze

Taiwan – Eine Grenzüberschreitung mit Katze

Gastbeitrag von Margrit Manz

Von 1989-94 hatte die Sinologin, Übersetzerin und Schriftstellerin Susanne Hornfeck eine Stelle in der Fremdsprachenabteilung der National Taiwan University angetreten. Den Anfang in Taipei beschreibt sie als harte Erfahrung. „Ich bin aus der Zeit gefallen. Überall fühle ich mich einen Kopf zu groß, bin sofort als Ausländerin erkennbar. Eine feuchte Hitze überzieht meinen Körper mit einem Schweißfilm, unvermittelte Regengüsse durchweichen die Schuhe, Moskitos stürzen sich auf unbedeckte Körperstellen. Um in die Uni zu kommen, muss ich zweimal täglich die Stadt durchqueren, immer im Nahkampf mit dem chaotischen Verkehr.“
Ein Glück, dass sie dieses Abenteuer nicht alleine bestreiten muss. Ihr Mann, im Buch G. genannt, bietet ihr nicht nur Halt in der Fremde, sondern auch ein mentales Zuhausesein, das nur eine langerworbene Symbiose möglich macht. Mit G. sind wieder Rituale in den Alltag eingekehrt, zum Beispiel der abendliche Gang mit Zigarette und Müllbeutel. Er versteht sich auch ohne weitreichende Sprachkenntnisse mit den Menschen in der neuen Umgebung. G. ist Maler, also ein Augenmensch, und sieht die Schriftzeichen in ihrer ursprünglichen Bedeutung, als Wasser, Mond und Sonne. Auf dieser Ebene kann er mühelos mit dem Hausmeister plaudern, irgendwie geht’s um Familie, Hühnerhaltung und Gemüseanbau. Dass bald noch eine weitere Hausgenossin hinzukommt, macht aus dem Zweier- ein Dreierbündnis und ermöglicht die perfekte Balance, eine fremde Kultur bewohnen zu können.
Die Wildkatze Shaobai wird der Autorin ausgeliehen, um Plagegeister wie Ratten und Mäuse fernzuhalten. Sie ist bei weitem kein Schmusetier, sondern kratzbürstig, unnahbar und verteidigt ihren Willen mit ausgefahrenen Krallen. Ihre Streifzüge durch die benachbarte Wildnis sind unberechenbar. Sie kommt und geht wie sie will. Und doch entsteht eine Art Kommunikation zwischen der Autorin und ihr. „Ihr kann ich von meinem anstrengenden Tag erzählen und sie spricht zurück. Sie miaut in langen, modulierten Phasen. So reden wir miteinander.“ Trotzdem oder gerade deswegen bleibt Shaobai immer eine echte Katze und wird nie zum Lebensersatz. Der Name Shaobei bedeutet übrigens „wenig Weiß“ und hat mit einem weißen Fleck unter dem Schnauzbart zu tun.
Nach und nach erwärmt sich Shaobai für ihre menschlichen Mitbewohner und erwartet die Autorin schon, wenn sie abends von der Universität kommt. Doch will sie nicht sofort begrüßt werden, sondern klettert erst den Baum hinauf, um sich von oben gebührend zu präsentieren. Auch G. wird umworben. Wenn Shaobai seine Ischias-Schmerzen spürt, schmiegt sie sich heilend an seine Hüfte.

Einen „Wildling“ zähmen?

Um das mal klarzustellen, auch wildlebende Katzen verirren sich manchmal in die Nähe des
Menschen. Doch im Gegensatz zur Hauskatze kommen sie wunderbar ohne dessen Zuwendung zurecht. Wildkatzen, wie Shaobai, lassen sich nicht mit jedem ein. Sie sind nicht wirklich auf den Menschen als Sozialpartner geprägt. Gewöhnung ist erlernbar, und das dauert ein Leben lang. So hat Shaobai gelernt, mit ihren beiden Mitbewohnern zu leben! Die größte Liebe, die man solch einem Tier entgegenbringen kann, besteht darin, dass man akzeptiert, den Vierbeiner nie richtig „besitzen“ zu können! Die Gegenliebe funktioniert nur unter Wahrung einer körperlichen Distanz. Das bedeutet nicht, dass die Katze ihre Menschen weniger gern hat. Zum Glück sind Katzen ein Ausbund an Neugier, man kann sie immer wieder mit etwas „Neuem“ verführen.
Obwohl Shaobai eine Haupt- oder Mittlerrolle im Buch einnimmt, wird hier keine nette
Katzengeschichte erzählt, sondern in 32 leichtfüßigen – oder sollte ich sagen – samtpfotigen Kapiteln eine Hommage an das Leben und das Glück gemacht. Denn es ist nichts anderes als Glück, das Leben genau am richtigen Ort und zur richtigen Zeit verbringen zu dürfen. Fünf Jahre, die abenteuerlich und herausfordernd waren und noch lange nicht fertig geschrieben sind.

Vom Sinn des Fremdseins erzählen

Im Buch Taiwankatze, das vor kurzem im Drachenhausverlag erschienen ist, erzählt Susanne Hornfeck über ihre Erfahrung, vielfältige Grenzen zu überschreiten. Grenzen, die sowohl im mentalen wie auch im physischen Bereich eigentlich fest eingeschrieben zu sein scheinen, deren Überschreitung dann im besten Fall die Entdeckung von unbekannten Zwischenorten oder fremden Kulturen ist. Doch wie sagt man so schön: Nichts ist aus sich heraus und notwendig fremd. Fremd ist nur, was als solches erlebt wird. Solch ein Gefühl also umzuwandeln in etwas Akzeptables oder sogar Vertrautes, ist manchmal Schwerstarbeit, für Menschen genauso wie für Tiere. Susanne Hornfeck weiß eine Menge über das Leben in Taipei zu berichten, etwa, dass Taiwaner auf dem Friedhof Angst vor hungrigen Geistern haben oder dass große schwarze Vögel, Drongos genannt, täuschend echt Klingeltöne von Handys nachahmen können. Sie erklärt, warum es Filmvorführungen vor der Statue des Erdgottes gibt, der wohl Kungfu-Darbietungen bevorzugt, und warum ihre Studenten total irritiert auf Goethes Vers „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“ reagieren. Dass im Tale Hoffnungsglück grünet, ist für sie nicht nachvollziehbar, denn ein Frühlingserwachen nach einem kalten Winter kennen die Taiwaner nicht. Es ist entweder heiß oder weniger heiß auf der Insel.

„Ein neues Leben aufs Gleis setzen“

Susanne Hornfecks Interesse an China wurde schon als Schülerin geweckt, als ihr ein chinesisch-deutscher Gedichtband in die Hände fiel. Die fremdartige Schrift faszinierte sie. Damals konnte sie nicht wissen, dass diese Leidenschaft für ein ganzes Leben reichen würde. Hornfeck studierte später Sinologie, Germanistik und Deutsch als Fremdsprache in Tübingen, London und München. Danach ging sie für fünf Jahre als DAAD-Lektorin nach Taipei, um Deutsch zu unterrichten. Unterdessen sind über dreißig Jahre vergangen, und es war höchste Zeit, ihren Aufenthalt in Taipei und ihre Rückkehr nach Schliersee noch einmal literarisch aufzurufen. Eine Neuorientierung nach ihrer Rückkehr blieb nicht aus, und auch hier half die Katze, Routine in die Alltagsgeschäfte zu bekommen. Als gefragte Übersetzerin blieben die Angebote nicht aus. Neben renommierten Autoren aus China und Taiwan (Ha Jin, Qiu Xiaolong, Zhang Ailing, Yang Mu) übersetzt sie auch aus dem Englischen. Ihre Domäne sind Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher. Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit dem C.H. Beck Übersetzerpreis, der Blauen Brillenschlange (Stiftung Pro Helvetia), dem Max-Geilinger-Übersetzerstipendium und dem Sonderpreis der Jury der Jungen Leser des Literaturhauses Wien ausgezeichnet. Sie ist Autorin mehrerer Jugendbücher in der Reihe Hanser dtv und hat zusammen mit Nelly Ma Bücher über TCM verfasst. Heute lebt und arbeitet sie in Oberbayern. Was für sie die Kunst des Übersetzens ausmacht, hat Hornfeck so beschrieben: „Auch literarische Texte verlassen eine Kultur, setzen in eine andere über und führen in einer anderen ein neues „übersetztes“ Dasein.“

Weiter „mit eingezogenem Kopf“

„Die Inselrepublik, in die wir nach unserem Aufenthalt von 1989 bis 1994 immer wieder zurückgekehrt sind, ist über die Jahre eine andere geworden. Taiwan hat sich nach den Rangeleien der Anfangszeit zu einer mustergültigen Demokratie entwickelt. In Sachen Diversität können wir von Taiwan nur lernen. Eine ehemalige Hackerin ist die erste Transgender-Ministerin der Welt. Zu den Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Taifune, Überschwemmungen und Erdrutschen ist jetzt die menschengemachte Bedrohung vom gegenüberliegenden Ufer hinzugekommen. Das wandelt natürlich auch die Menschen. Der Optimismus aus den Jahren des Aufbruchs ist zu einer Art „Schockstarre“ geworden und einem Leben „mit eingezogenem Kopf“ gewichen“. So fasst Susanne Hornfeck ihre Gedanken zur aktuellen Situation in Taiwan zusammen.
Taiwans wechselvolle Geschichte von einer Provinz, über eine Kolonie und Diktatur bis hin zur Demokratie war ein mühevoller Prozess. Immerhin war das Kriegsrecht in Taiwan von 1949-87, dass längste das jemals in der Welt verhängt wurde. Seit Ende der 1980er hat sich das Land zu einer der fortschrittlichsten Demokratien Asiens entwickelt mit einer gesetzlich verankerten Ehe für alle und einer vorbildlichen Gesundheitsversorgung. In nur wenigen Jahren wurde die Gründung neuer Zeitungen und Zeitschriften liberalisiert. Zahlreiche soziale Bewegungen forderten immer wieder politische, aber auch gesellschaftliche Reformen ein. Auch der Umweltschutz wurde dabei zu einem wichtigen Thema. Unterdessen hat Taiwan durch seine Halbleiter- und Computerchipproduktion weltweit eine große wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Die Probleme Taiwans liegen also weniger in der gesellschaftlichen Entwicklung, sondern in der geopolitischen Weltlage.

Kompliment an die Autorin

Kurzum, es macht einfach Spaß in den Erinnerungen der Autorin zu schwelgen. Durch die Katze Shaobai wird gekonnt eine Brücke zwischen ihnen geschlagen. Gegenteiliger können wohl die Kulturen nicht sein, die taiwanische, wie sie vor dreißig Jahren war und in vielem noch heute funktioniert, und die Oberbayerische, die sicher auch ihr Kontinuum vorweisen kann. Susanne Hornfeck macht deutlich, wie schwer es war, nach fünfjährigem Aufenthalt in Taipei ins bayrische Leben zurückzufinden. Als das Ehepaar beschlossen hatte, auch die Katze mit an den Schliersee zu nehmen, wussten sie nicht, wie Shaobai das Fremdsein verkraften würde. Vielleicht ist es ihrem eigenwilligen Charakter zu verdanken, dass sich die Zumutungen der Ankunft und die Neugier auf Neues die Waage hielten.
Mit der „Taiwankatze“ ist ein poetisches Buch über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier entstanden. Eine wunderbare Lektüre, ein Lesevergnügen der Extraklasse.

P.S. Das erste Katzencafé in Taipeh
Die meisten Katzencafés der Welt befinden sich in Japan. Mittlerweile können Menschen in über 300 Cafés in ganz Japan ihren Kaffee trinken und dabei eine Katze streicheln – wenn diese es zulässt. Katzencafés sind in Japan vor allem deshalb so beliebt, weil viele Wohnungen dort sehr klein sind und sich nicht für die Katzenhaltung eignen. Der Trend stammt allerdings aus Taiwan, wo 1998 in Taipei das erste Katzencafé der Welt eröffnete.

Margrit Manz ist Journalistin und Redakteurin mit Themenschwerpunkt China. Seit über 20 Jahren berichtet sie über Wirtschaftsbeziehungen und Kulturaustausch, informiert über Tourismus und regionale Küche, rezensiert neue Bücher. Ihre Texte werden regelmäßig in Print- und Online-Magazinen in Deutschland und der Schweiz veröffentlicht, u.a. im Magazin RUIZHONG der Gesellschaft Schweiz-China und auf der Internetplattform China Report.

Susanne Hornfeck: Taiwankatze. Drachenhausverlag 2023, 100 Seiten.

Wut

CH-Frauenstreik – aus taiwanischer Sicht

Zum Frauenstreik am 14. Juni 2023 bat mich der Rotpunktverlag um ein Statement. Warum nicht einmal von außen beschreiben, was an der sogenannten Gleichberechtigung à la Suisse auffällt? Ich fragte also bei meinen taiwanischen Bekannten nach, die in der Schweiz leben. Denn die taiwanische Zivilgesellschaft ist für ihre Streitbarkeit durchaus bekannt.

Die Gleichberechtigung in Taiwan, auch die Lohngleichzeit zwischen Mann und Frau ist in Taiwan eine Selbstverständlichkeit bzw. Taiwan belegt diesbezüglich – je nach Datenerhebung – weltweit und insbesondere in Asien die vordersten Plätze. So sagt beispielsweise Sound-Artistin Pei: „Gender equality for me is just like water or air.“ Mina Yeh schreibt, dass sie über den Frauenstreik in der Schweiz nie groß nachgedacht und erst aus den Medien erfahren habe, dass Frauen und Männer ungleiche Löhne erhielten. „Warum bezahlen Frauen hier mehr Krankenkassenprämien als Männer?“ fragt eine dritte. „Als ob wir von der Gesellschaft dafür bestraft werden, Frau zu sein?“

Für Monica Hung, Mutter und Pianistin, ist der „Frauenstreik“ absolut notwendig. „Ich war überrascht, als ich vor drei Jahren in die Schweiz zog, wie konservativ und traditionell die Gesellschaft hier ist. Zwar geben die Menschen sich betont kinderfreundlich, aber nicht so freundlich gegenüber arbeitenden Müttern. Die meisten glauben noch immer, dass eine Mutter zu Hause bleiben sollte, wenn sie nicht arbeitet, und dass sie unverantwortlich handelt, wenn sie ihre Kinder in eine Tagesstätte schickt. Muttersein ist ein 24-Stunden-Job, der das ganze Jahr über unbezahlt ist. Warum sollte eine Frau das ganze Jahr über zu Hause bleiben müssen, um sich um ihre Familie und ihre Kinder zu kümmern, wenn sie Mutter wird? Und wenn sie eine gute Arbeit findet, muss sie, wenn ihr Kind in den Kindergarten geht, zum Mittagessen zu Hause sein, weil das Kinderbetreuungssystem so rückständig ist. Selbst in Taiwan essen die Kinder seit 40 Jahren in der Schule zu Mittag. Als Frau und Mutter, die lange Zeit in Asien in Taiwan gelebt hat, war ich verblüfft, dass die Gesellschaft in diesem fortschrittlichen westeuropäischen Land immer noch in einer agrarisch strukturierten, von Männern dominierten Gesellschaft feststeckt.“



Lawine

Lawinengeröll

Lektürenotiz zu einem Bergroman. In Robert Prossers jüngstem Roman wird viel zugeschüttet, entgleitet, driftet ab.

Die Kusine des Protagonisten Xaver und deren Freund werden von einer Lawine erfasst, sie wird gefunden, nach ihm wird noch immer gesucht. Zähes Misstrauen legt sich über das Dorf: Wer ist schuld? Aus Xavers Familie kann ja nichts Gutes kommen, sagt die Mutter des vermissten Jungen, als sie Xaver einmal auflauert. Und ja, die blutig-fleischigen Schlachtszenen am Anfang könnten diesen Verdacht aufkommen lassen, doch bei der Beschreibung und überhaupt beim Lesen des Romans merkt man schnell, dass es um etwas anderes geht als um Offensichtlichkeiten. Zum Beispiel um Glück, wenn Xaver und sein Freund Flo, der von einem Pilztrip nicht mehr zurückfand in die Welt, nebeneinander auf einem Felsen sitzen und ins Wasser schauen.

Berührend ist das Verhältnis zwischen Xaver und seiner Mutter, die sich nach dem Bankrott des Gasthofes – wie ein Lawine stürzt sich die unaufhaltsame Moderne ins Tal und reißt alles mit sich, was den neoliberalen Normen und Ansprüchen der Touristen nicht mehr genügen kann – in die felsenkalte Gebirgseinöde zurückzieht und ein schwärendes Mutterloch zurücklässt. Ihr Mann und Vater von Xaver ist längst dahin wieder zurückgekehrt, woher er einst gekommen war, weil ihn die Gastwirtinspielerei seiner Frau nur noch abgestoßen hat. Die lebt nun dort oben in einer Steinwelt, wohin sich bloß wenige Menschen verirren, in einem nicht über alle Zweifel erhabenen Zusammenspiel mit dem Eremiten Mathoi – einem Seher bestenfalls, der dem Sohn nicht geheuer ist. Doch ausgerechnet und wie Xaver es auch hofft, findet der Einödler den vermissten Jungen. Um aber seine Mutter und Mathoi vor den gehässigen und Zungen wetzenden Dörflern zu schützen, gibt er vor, den Jungen selbst gerettet zu haben.

Lawinen schütten zu. Robert Prosser deckt in seinem kühlkalten Bergroman auf, ohne seine Figuren zu entlarven, erzählt von leisen Versehrungen, von Träumen und Sehnsüchten, die meistens unerfüllt bleiben. Und doch klingt das Ende des Romans so, als gehe das Leben um ein Nuance versöhnlicher weiter.

Robert Prosser: Verschwinden in Lawinen, Jung und Jung, 2023, 192 Seiten

Robert Prosser, der auch ein begnadeter Perfomer ist, wurde zu den Literaturtagen in Klagenfurt 2023 eingeladen (hier gehts zum Autorenporträt).

Jahrhundertsommer

Magda, DIE Frauenfigur dieses Literaturjahres …

… schreibt die Literaturvermittlerin Birgit Böllinger in ihrer Rezension zum Roman Jahrhundertsommer.

„Es ist eine Stärke dieses Romans, dass er Figuren nahebringt, die zu Menschen werden. Man muss sie nicht mögen, sie haben ihre Schwächen, ihre dunklen Seiten, Viktor, der Typ, der sich einfach hängen lässt, Ursula, die sich in Glückserwartung an den jeweils greifbaren Mann hängt, Magda, die ihre Schroffheit an Ellen auslebt. Doch sie werden so nah- und greifbar geschildert, dass sie förmlich aus dem Buch heraustreten. (…)
Das bewirkt auch die Sprache: Nicht literarisch überhöht, direkt, mit leisem Humor, viel Mutterwitz und dezent eingestreuten Mundart-Sprengseln. (…)
„Jahrhundertsommer“: Ein Dorfroman, ein Anti-Heimat-Roman, vor allem aber auch ein Gesellschaftsroman, der durch die Verknüpfung der verschiedenen Ebenen verschiedene gesellschaftliche Themen anspricht, ohne überfrachtet zu wirken: Alleine Magda führt uns vor Augen, was Armut, gerade auch Altersarmut bedeutet – und dass sie, sowohl in der Literatur als auch im „echten Leben“ nicht wegzuleugnen ist.“


Zusammenfalten der Zeit

Walle Sayer und die Zeit

Wenn Zeiten sich ineinanderschieben und überkreuzen – davon schreibt Walle Sayer in seinem jüngsten Band „Das Zusammenfalten der Zeit“. In der Kindheit werden letzte Brosamen aufgelesen, in der Jugend geht es laut zu und her, mit Mofas und zerbeulten Autos über Landstraßen, später dann sinniert der Lyriker über den Abschied vom Vater und dessen Sterben. Und der Frage: „Wo sind wir selbst geblieben“?

Schon einmal habe ich über Walle Sayer geschrieben, und zwar für das literaturblatt.ch; die Rezension zum aktuellen Band wurde in der orte Literaturzeitschrift, Mai 2023, veröffentlicht. Das Buch selbst ist erschienen in der Edition Klöpfer bei Kröner.

Rabe

Raben

Irgendwann, eines Nachmittags vielleicht, hob draußen ein dunkles Getöse an. Undefinierbarer Lärm. Ich stand auf, trat auf den Balkon, suchte nach der Geräuschquelle. Unten hockten schwarz berockte Geschöpfe auf einem kreisförmigen Haufen, als hätten sie etwas Überlebensnotwendiges zu bereden, so laut ging es zu und her.
Daraus entstand dieser kleine Text, den die Illustratorin Theres Rütschi treffend illustrierte.

Aus dem Alltag

Der Text ist schon einmal unter meinem Pseudonym erschienen, womöglich war es der erste, mit dem ich mich überhaupt an die Öffentlichkeit traute?

Pema Tseden

RIP Pema Tseden

Ein wichtiger tibetischer Filmemacher

Das erste und letzte Mal traf ich Pema Tseden 2007 in Peking. Da sprachen wir über seine Erzählungen, die er auf Tibetisch schrieb und selbst ins Chinesische übersetzte – ein rundlicher junger Mann mit Nickelbrille, voller Elan und Zuversicht, die beiden Welten und Kulturen, die tibetische und chinesische, in seinen Filmen und Texten schon irgendwie zusammenbringen zu können.

Vielleicht war er deshalb vielen jungen Tibetern, vor allem Filmemachern, so wichtig? Sie sahen genau hin, wenn ein neuer Film von ihm erschien, tasteten die Filme nach verdächtigen Spuren der Kollaboration ab. Integer schien er jenen, die ihn trafen. Immerhin war er der erste Tibeter mit einem Abschluss der Filmakademie in Peking. Doch später, 2016, traf auch ihn der Fluch der chinesischen Regierung; er wurde unter einem Vorwand am Flughafen in Xining verhaftet und körperlich misshandelt.

Für seine Filme, die erstmals durchweg auf Tibetisch gedreht wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, in Hongkong wurde man bald auf ihn aufmerksam, nach Locarno wurde er eingeladen, wurde mir erzählt und von Begegnungen mit diesem unaufdringlichen, wachen Geist.

Bevor er als Filmemacher bekannt wurde, hörte ich von seinen Erzählungen und seinem Roman Tharlo. Für die Anthologie Flügelschlag des Schmetterlings bat ich den Übersetzer Franz Xaver Erhard um die Erzählung „Schneekinder“; ein wunderschönes modernes Märchen, das u.a. vom Einsickern der Moderne erzählt, denn am Ende soll das Herz der tibetischen Kultur an Ausländer verkauft werden. Um sich diesem Schicksal zu entziehen, fliehen die Kinder in die Berge, wo – so der letzte Satz – „weiß und erhaben der vergletscherte Gipfel über dem Land leuchtete.“

Als ich das erste Mal vom Tod Pema Tsedens erfahren habe, glaubte ich noch an einen Irrtum, konnte es nicht glauben, denn er war doch noch jung, viel jünger als ich, so hatte ich ihn in Erinnerung. Erst als die zweite, dritte Meldung mich erreichte …

Ein wichtiger Influencer, würde man heute sagen, ist mit ihm von uns gegangen, einer, der als Erzähler und Filmer der modernen tibetischen Kultur wichtige Impulse gab.

Weitere Infos auf Wikipedia und bei Words Without Borders.

Scheherazades Erben

Tödlicher Reigen

Lektürenotiz zu „Scheherazades Erben“ von Hussein Mohammadi

Die Hauptgeschichte ist rasch zusammengefasst: Ein Mädchen verliebt sich in einen Jungen aus dem Nachbardorf, obwohl sie bereits ihrem ungehobelten Cousin versprochen ist. Die beiden fliehen, Vater und Onkel entdecken sie schon anderntags in Kabul, der Junge wird getötet. Es sind indes die Nebengeschichten, die den Charme dieses Romans ausmachen: Eine Figur reicht den Erzählstab an die nächste weiter, und so entspinnt sich ein Fadengeflecht aus Geschichten, das sich engmaschig über Kabul legt.

Der Polizeiinspektor z.B. macht seinem alten Kampfgefährten – dem Onkel des Mädchens – einen Gefallen, nur unwillig zwar, denn mit Ehrenmorden will er nichts zu tun haben. Immerhin gebe es in Kabul mittlerweile ein Rechtssystem, grummelt er, das er selbst jedoch permanent mit Erpressungen durchlöchert. Von seinen zahlreichen falschen Entscheidungen kriegt er Knoten im Kopf, die er nicht lösen kann. Stattdessen trinkt er lieber Tee, knackt Sonnenblumenkerne und überlegt, wie er jede Situation zu seinem Vorteil ausnutzen kann.

Der Vater des geflohenen Mädchens aber – ihm bleibt wenig. Als er sich einmal gegen die Steinigung eines Mädchens wehren, ja einschreiten möchte, läuft er Gefahr, gleich selbst vom geifernden Mob getötet zu werden. Auch seine eigene Tochter kann er nicht retten vor dem Zugriff der bigotten Verwandtschaft, die auf Wiederherstellung der Ehre pocht. Wenn er mithilft, seine Tochter zu finden, so verspricht es ihm der Bruder, werde seine Tochter „nur“ getötet, nicht gesteinigt. Ein schwacher Trost, mit dem er sich nicht recht zufriedengeben will; doch irgendetwas regt sich nun ihm, auch wenn da zunächst nur ein winziges Flämmchen Widerstand in ihm lodert.

Ein weiteres, nicht minder interessantes Detail ist die Verdienstquelle des Onkels. Als Dank dafür, dass er die Nachbardörfer mit seiner eigenen kleinen Terrorgruppe vor Überfällen schützt, erhält er wertvolle Gegenstände – Schmuckstücke, Skulpturen, Truhen -, die er vor den Talibans versteckt, obwohl er sich ihnen angeschlossen hat. Später verkauft er sie für viel Geld an ausländische Experten.

Eine Geschichte, wie man sie aus Afghanistan kennt, aus den Medien, aus der Literatur. Ein Klischee? In Kabul tragen sich viele solcher Geschichten zu, es ist nur eine von vielen – mit diesen fast lakonischen, ja geradezu desillusionierenden Worten endet der Autor diesen tödlichen Reigen.

«Morgen wird sich diese Geschichte in ganz Kabul herumgesprochen haben. Sie wird zu einer weiteren Geschichte geworden sind, die dieses Land zu erzählen hat.»

Hussein Mohammadi: Scheherazades Erben. Aus dem Persischen von Sarah Rauchfuß. Edition Bücherlese, 2023, 176 Seiten.

Am Fusse des Kavulungan

Eine philosophische Reise in den Süden Taiwans

Ein Schülerin wird von ihrem buddhistischen Meister weggeschickt: um die richtige Art des Sehens zu erlernen, um weiterzukommen im Leben – im buddhistischen Sinne; ein bekanntes Motiv in der ostasiatischen Literatur. Damit beginnt auch die taiwanische Autorin Lung Ying-Tai ihre „philosophische Reise“, so der Untertitel ihres jüngst auf Deutsch erschienenen Buches „Am Fuße des Kavulungan“.

Der buddhistische Meister rät also seiner zutiefst verunsicherten Schülerin und Ich-Erzählerin: „Geh zurück ins Dorf. Bleib zwei Jahre lang am Fuße des Kavulungan und schaue dich dort aufmerksam um. Such mich nach den zwei Jahren wieder auf.“

Zwar zögert die Erzählerin zunächst, denn ein Dorfleben erscheint ihr mäßig attraktiv, das Dorf wie ein Loch, um das sich von Großstädtern erlogene Märchen von wunderschönen Landschaften ranken. Doch der Meister bleibt hartnäckig, unbeeindruckt von ihren Zweifeln. Also bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich auf die Reise in den Süden Taiwans zu begeben. In 84 kurzen Geschichten – oder zeichnerischen Notizen, wie die Autorin im Nachwort ihr Schreiben deutet – entfaltet sich die Geschichte des Landes im Großen und des Dorfes im Kleinen. Zögerlich öffnet sich die Ich-Erzählerin den Menschen, ist lange hin und her gerissen zwischen der Sehnsucht nach dem Meister und seiner buddhistischen Klause auf der Insel Lantau in Hongkong, wo sich sich ruhig und weitab von weltlichen Angelegenheiten ihrer buddhistischen Versenkung hingegeben könnte, und den Alltäglichkeiten, mit denen sie sich nun im Dorf herumschlagen muss. Erst als sie sich einlässt auf die Natur, die Menschen, sich mit ihnen verbindet, erst da sickert so etwas wie Ruhe in ihre rastlose Seele.

Das Leben im Dorf ist eines zwischen Traum und Erwachen oder zwischen der sogenannten Realität und der Geisterwelt. Immerhin sei das Austreiben eines übelwollenden Geistes billiger als ein Arztbesuch, rechnet eine Geisterbeschwörerin vor. Eines Tages trifft die Ich-Erzählerin ein Mädchen, das uralt, weise und aus einer anderen Welt zu sein scheint. Die Einführung dieser Figur erlaubt es der Autorin, im Dialog mit dem unsichtbaren Mädchen über zahlreiche Themen zu raisonnieren: sei es über das Wesen der Schmetterlinge oder das Ansteigen des Meeresspiegels aufgrund der Klimakrise. Doch sie belässt es nicht etwa dabei, denn im Laufe der Geschichte schält sich heraus, dass das Mädchen einst Opfer eines Gewaltverbrechens war – daher die späte Rache, als Geist wiederzukehren? Jedenfalls bildet diese Geschichte einen raffinierten Gegenpol zur buddhistischen Einsicht, wonach das Leben nichts als Staub sei – so jedenfalls Ich-Erzählerin nach Ablauf der zwei Jahre „Licht verschwindet, die Gedanken verflüchtigen sich, aller Staub wird zu Nichts.“

Daher rührt auch der Untertitel des Buches, „eine philosophische Reise“, die eine der bekanntesten Autorinnen Taiwans mit feinem Sensorium ausgestaltet hat – die gekommen war, um am Fuße des Kavalungan ihre demente Mutter auf der letzten Lebensetappe zu begleiten, dann aber merkte, wie wichtig ihr das Dorf und die Natur wurden und das Schreiben darüber.

Lung Ying-Tai: Am Fuße des Kavulungan. Eine philosophische Reise. Deutsch von Monika Li. Drachenhaus Verlag, 2023, 364 Seiten

Weitere Artikel über Taiwan hier auf dieser Website.

Jahrhundertsommer

Gesellschaftsroman, Ganovenkomödie, Anti-Dorfroman: Eine Frau zwischen sozialer Ächtung und dem Streben nach Selbstbestimmung.

Als Magdas Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlässt, bricht für sie eine Welt zusammen. Denn in ihrem Dorf ist sie nun die einzige geschiedene Frau, wird geächtet, gemieden, gerät in existenzielle Nöte. Doch so leicht gibt sie nicht auf. Mit einem amerikanischen Soldaten verbringt sie einen unvergesslichen Sommer – an dessen Ende Magda schwanger und der Soldat verschwunden ist.

Magda bringt Ellen zur Welt, während das Verhältnis zur älteren Tochter Ursula – mittlerweile selbst Mutter – immer schwieriger wird. Beide leben im selben Dorf, gehen sich aber aus dem Weg. Ellen schlägt sich wacker, hat früh schon eigene Pläne und versucht in Paris, die Murrheimer Vergangenheit abzuschütteln. Währenddessen rappelt sich Magda immer wieder auf, selbst wenn ihr das Leben ein Schnippchen nach dem anderen schlägt. Als sie endlich ihren Traumjob findet, löst sich dieser Traum über Nacht in Rauch auf. Unbeugsam ist ihr Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, auch nicht von der „Altersarmut“ – nur schon, „um es denen da oben zu zeigen“. Darin sind auch alle anderen einig, wenngleich die ganze Familie zunehmend in einen Abwärtsstrudel gerät. Schließlich hat Enkel Viktor eine glorreiche Geschäftsidee, um seine Familie aus den prekären Verhältnissen zu befreien. Endlich scheint Magda das Glück zum Greifen nah.

Vor dem Hintergrund eines halben Jahrhunderts deutscher Geschichte, die subkutan in den Text eingeschrieben ist, wird von einer Familie erzählt, die oft knapp am Abgrund vorbeischrammt. Über die Hintergründe des Scheiterns wird mit dokumentarischer Nüchternheit scharfkantig berichtet. An den Bruchkanten der Scherben entlang entwickelt sich das Familiendrama. Gleichzeitig drängt sich die Frage nach Schicksal und Eigenverantwortung auf. Hatte Magda je eine Wahl? Gesellschaftliche Umstände können so manchen Menschen brechen, ihn an den Rand, in den Schatten drängen, wo die Regeln des Systems fragil sind und ihre Gültigkeit verlieren. Oder sind das lediglich billige Ausflüchte? Und sobald Träume erfüllt werden, verschwinden sie, von wegen Glück! Ungeachtet dessen gelingt es den Menschen in diesem Roman, sich von den schwierigen Umständen nicht unterkriegen zu lassen und bauernschlau am eigenen Schopf aus der Misere zu ziehen.


Stimmen

„Alice Grünfelder zeichnet das Milieu ihrer Figuren mit präzisem, unverwandtem Blick, mit Sinn fürs sprechende Detail und gelungenen Dialogen. Sie kann packend und schnörkellos erzählen. Präzis und suggestiv arbeitet sie mit Wörtern aus der Umgangssprache, die Bände sprechen. (…) Zwar sind ihre Figuren – ähnlich wie bei Zola – weitgehend gesellschaftlich determiniert, gleichwohl bleiben sie keine bloßen Funktionsträger, sondern sind lebendige Menschen in ihrem Widerspruch. Man leidet und fiebert mit ihnen mit.“
Manfred Papst, NZZ am Sonntag

„Die soziale Determiniertheit der Figuren erinnert an Romane von Émile Zola, Gerhart Hauptmann oder Upton Sinclair – wäre da nicht der präzis verknappte und gleichzeitig lyrisch schwebende Stil, der dieses Elend immer wieder überraschend bricht und mit lakonischer Ironie subvertiert.“
Franziska Meister, WOZ

„Alice Grünfelder schreibt in einer einnehmenden, präzisen Sprache über eine Familie, die, frei nach Tolstoi, auf ihre eigene Weise unglücklich ist und für die kein Happy End vorgesehen ist.“
Ensuite, Bern

„Gerade lese ich mit Begeisterung deinen Roman. Ein ganz eigener Sound. Spröd charmant, lakonisch, ungeschönt. Die Figuren lassen mich nicht mehr los.“
Caroline Grafe, Litquartier
Mit Caroline Grafe unterhielt ich mich auf Instagram über den Roman.

„Jahrhundertsommer“: Ein Dorfroman, ein Anti-Heimat-Roman, vor allem aber auch ein Gesellschaftsroman, der durch die Verknüpfung der verschiedenen Ebenen auch verschiedene gesellschaftliche Themen anspricht, ohne überfrachtet zu wirken: Allein Magda führt uns vor Augen, was Armut, gerade auch Altersarmut bedeutet – und dass sie, sowohl in der Literatur als auch im „echten Leben“ nicht wegzuleugnen ist. Magda, das ist für mich eine der Frauenfiguren dieses Literaturjahres.“
Birgit Böllinger, der freitag.de

„Die mitreissende Familiengeschichte ist geprägt von diversen Überlebenskämpfen, dem Wunsch nach Selbstbehauptung und der Suche nach Glück, was zugleich die Kehrseite jedes Dorfidylls aufdeckt.“
Selina Seiler, Schweizer Monat

„Dieser Roman spiegelt wider, was so manche:r in meiner Umgebung immer wieder erfahren hat: Das Versprechen der Leistungsgesellschaft ist hohl, wonach man sich nur genug anstrengen müsse, dann schaffe jede:r den Aufstieg. Es gibt viele Menschen, die sich abstrampeln und aufreiben und doch auf keinen grünen Zweig kommen. Und dazu noch der Häme und dem Unverständnis derer ausgesetzt sind, die es aufgrund von Herkunft, Beziehungen, günstigen Umständen, persönlichem Glück oder sonstiger Gründe nach oben gebracht haben. Genau das schilderst du vor allem in deiner Hauptperson Magda und ihrer Tochter Ellen hervorragend. Und überhaupt, Deine Sprache, die Darstellung und Entwicklung der Figuren, die Art und Weise, wie Du 50 Jahre bundesdeutsche Realität unterhalb des immer so hochgehaltenen, aber bei weitem nicht alle betreffenden Wohlstandsmodus geschildert hast … Danke für dieses großartige Buch.“

Sabine Adatepe, Übersetzerin

„Romane, die sich dem Leben der Menschen der Unterschicht annehmen und dieses glaubhaft darstellen können, sind in der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart selten. Alice Grünfelder schafft dieses Kunststück. Und sie weiss, wie man das macht, welche Details wichtig sind, welche Bögen geschlagen werden müssen und wie man für überraschende Wendungen sorgt: Sie ist eine geborene Erzählerin!“

Franco Supino, literaturblatt.ch

„Dergel“, „hummeldumm“, „Augendeckel“ – schon beim Lesen der ersten Kapitel: Diese Worte, diese Sprachfärbungen machen die Figuren lebendig, authentisch, finde ich, man kommt ihnen noch näher, lauscht ihnen noch genauer …“

Walle Sayer, Lyriker

„Es ist eine große Qualität des Romans, dass am Ende noch mal alles eine ganz andere Wendung nimmt, man zunächst überrascht ist, und dieser Schluss trotz allem irgendwie versöhnt. Viktor und die anderen haben ja großen Erfolg, schaffen gemeinsam etwas … Ich freue mich jedenfalls sehr auf das Buch, das mich auf eine ganz besondere Weise berührt hat .“
Esther Böminghaus, Lektorin

„Deine Sprache ist in diesem Buch ganz eigen, sehr stimmig, sehr mündlich – die Erzählsprache immer auch Figurensprache – das gefällt mir und hat trotz schwerem Inhalt ein grosses Komikpotenzial.“
Eva Roth, Autorin

Playlist, Hörbuch

Playlist

Playlist zum Roman auf spotify
https://open.spotify.com/playlist/35aDtjn8101gqj2MCqRc8h

Hörbuch: https://www.audible.de/author/Alice-Gruenfelder/B001K1CBO6

Jahrhundertsommer – von Alice Grünfelder
dtv Verlag. 320 Seiten, 22 Euro
ISBN: 978-3-423-28345-8

Blick ins Buch bei www.dtv.de/buch/jahrhundertsommer-28345

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