Autor: Alice

Can Xue

Düster-groteske Farce aus dem heutigen China

oder Liebe auf zwielichtigem Untergrund. So könnte der Untertitel des Romans Liebe im neuen Jahrtausend der chinesischen Autorin Can Xue ebenso heißen, denn das Leben selbst bietet keinen Halt, bröckelt, deshalb ist auch vielerorts von Kellern die Rede, Tunnel, Höhlen, aus denen Stimmen längst Verstorbener herüberklingen. Worum geht es? Die Lebensläufe und Schicksale der einzelnen […]

Jademarkt in Taipei

Jade in Taipei

Zuerst durch die lichte Blumenhalle, dann über die Straße, unter einer niedrigen mehrbefahrenen Brücke hindurch, hinein in eine dunkle Halle, an den Decken Kabelbündel und Leitungen, hell nur die Leuchtstrahler und Neonröhren über Tischen mit Steinen: grünen, weißen, blauen. Sind sie wertvoll? Ich weiß es nicht, aber ich komme gern hierher. Warum lässt sich nun […]

Über Reisen schreiben

Tipps und Tricks Kaum gibt es Schwereres, als über Reisen zu schreiben, will man nicht in Banalitäten abgleiten. Hinzu kommt die Frage, wie schreibe ich über das Andere, die Anderen, ohne mir die fremde Kultur anzueignen, ihnen meinen Blick überzustülpen? An diesen Fragen reibe ich mich seit Jahren, da ich viel unterwegs bin, mal mit, […]

Tsai Wan-shuen

Translasien

Übersetzungen aus Süd- und Ostasien Viel wird geschrieben in süd- und ostasiatischen Ländern, vielfältig und sprachlich herausfordernd ist die Literatur dieser Länder. Dennoch nimmt man sie auf dem internationalen Buchmarkt kaum wahr, denn wenig wurde bislang ins Deutsch übersetzt. Diesem Missverhältnis zwischen einer immensen literarischen Produktion auf der einen und der geringen Zahl an Übersetzungen […]

Eine Insel und ihre turbulente Geschichte

Lektürenotiz zu Stephan Thomes Familienroman Pflaumenregen Dieser Roman ist ein Beweis dafür, dass Literatur mehr kann als ein Sachbuch, als Dokumentationen, als wissenschaftliche Auseinandersetzungen. Denn Stephan Thome ist mit Pflaumenregen gelungen, die schwierige historische Epoche Taiwans – Kolonialisierung durch das japanische Kaiserreich, anschließende Übernahme der Insel durch die Kuomintang-Truppen – auf diverse Schultern einer Großfamilie […]

„Seinem Affen Zucker geben“

Interview mit Stefanie Jacobs über den Roman Bestiarium von K-Ming Chang Eine Familiengeschichte über drei Frauengenerationen hinweg ist dieser Debütroman der US-taiwanischen Autorin K-Ming Chang: Es geht um Tigergeist und Tigerschwanz, viele Löcher, die offenen Fragen gleich gestopft werden müssen, vergrabenes Gold und verbuddelte Briefe. Ein wortwuchtiger Roman, dessen Lektüre mich – zugegeben – ratlos […]

Wozu?

„Man kann ja eh nichts machen.“ Wer so fragt, hat gleich verloren. Denn ist es nicht gerade der Pessimismus, der uns in eine passive Haltung zwängt, die uns nur reagieren lässt, die einen impft mit diesem fatalen Satz? Antworten auf diese und andere Fragen diskutiere ich auf dem Blog „Aus dem Alltag“ von Manfred Lipp […]

Buntblau und zerbrechlich

Kinderbücher aus Taiwan – gebe ich diesen Suchbegriff ein, taucht wenig auf, aber jüngst wieder mal eines: Das blaue Kleid von Chang Yu-jan, das im Sommer 2021 erschienen ist. Eine buntfröhliche Geschichte über Xiao Yu, die offenbar an einer Allergie leidet und deshalb nicht ebenso bunte Kleider tragen kann wie andere Kinder. Nur ein Elfe […]

Verschiebungen

Lektürenotiz zu Bae Suah Weiße Nacht In Kreisen sei dieser Roman angelegt, zirkulär funktioniere er, lese ich in Rezensionen, bin gespannt und merke, es sind nicht Kreise, sondern Halbkreise, die auseinandergeschnitten und leicht verschoben wieder aneinandergesetzt werden. Das gilt für Szenen aus dem Hörtheater in Koreas Hauptstadt Seoul, das bald geschlossen wird; für die Gespräche […]

Schrei doch!

Wenn ein Text eine Reise antritt, bin ich nervös, bin ich ich unsicher, weil ich nicht weiß, was wird. Nun wurde aus einem Text über eine junge Frau einer, der aus mehr als 1000 ausgewählt wurde und unter die letzten 40 Texte kam – auf die Longlist aber nur. Immerhin. Etwas muss also an der […]