Lektürenotiz zu Todesursache Flucht. Eine unvollständige Liste. Das Mittelmeer ist ein Grab, die Liste mit den Namen der mehr als 50.000 Toten durchzusehen, ist buchstäblich und wörtlich zu nehmen: nervtötend. Verschwunden, ertrunken, erhängt, erschossen und so geht es in einem fort und weiter. Chancenlos der Blick ins weite Blau, schreibt Bernd Mesovic, ehemaliger Leiter der […]
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3 x Taiwan. Meer und mehr.
Lesung: Die Gedichte der taiwanischen Lyrikerin Tsai Wan-Shuen Von Küsten und Meeren wird zu sprechen sein, wenn der letzte Paradiesfisch mit dem Bauch nach oben im Abfluss liegt und der Vater einen Mittagsschlaf hält, so als frässen nicht Planierraupen die Küsten auf. Die Weißen Delphine haben der Insel Taiwan längst den Rücken gekehrt. Und wenn […]
Kalkutta liegt am Ganges …
… und in Bordellen geht es selten lustig zu. Eine Lektürenotiz. Eine junge Frau wird ermordet, so weit so nicht gut; der Polizei ist das herzlich egal. Doch die streitbaren Prostituierten unter der herrschsüchtigen Madame wehren sich; vor allem Lale. Auch wenn die ein Leben lang nichts zu lachen hatte und als Mädchen an ein […]
Blau, lichtblau, nachtblau vielleicht
Gibt es im deutschsprachigen Raum einen Roman über die Gezi-Proteste in Istanbul, einen, der so hineinkriecht in die gesellschaftlichen Verästelungen der Nach-Gezi-Zeit? Wer, wenn nicht die Türkisch-Übersetzerin Sabine Adatepe könnte darüber so anschaulich schreiben? Zwar war sie nicht selbst dabei, gab aber eine Gezi-Anthologie heraus. Wie es nun zum Roman Lichtblau #Mavi kam, erzählt sie […]
At Home in Translation
— To Silvia and all the others Sing — Muse, sing of the timea nest of dashing translators have their dreamsdashed by the deuced dashes.Oh, dash it! 1 Stately, slim Silvia M. comes from the stairhead,followed by Brother T who plunges like leadinto the esoteric. Quite the wordsmith, Asst. Prof. W,whose occasional smile can very […]
Zwischen Himmel und Meer
Eine Lektürenotiz Einen Eindruck von der Bandbreite mündlicher und schriftlicher Literatur Taiwans will diese knapp 550 Seiten schwere Anthologie vermitteln – und Thilo Diefenbach, der Herausgeber, hat, so scheint es, dafür alles aufgenommen, was er zwischen Himmel und Meer gefunden hat, nämlich sage und schreibe 101 Werke: 63 Gedichte, 15 Erzählungen, 13 Essays, 9 Legenden […]
Schreibstrom hinter Gittern
Das Lebensthema des Lyrikers Ernst S. Steffen war Ankommen – wen wundert’s, wenn einer ein halbes Leben hinter Gittern verbrachte? Im Gefängnis war er zu feinsten Beobachtungen und Regungen fähig, stets begleitet und angetrieben vom Gefühl, zwischen Stuhl und Bank gefallen sein: „Ich vermute, ich bin nur provisorisch gemeint“, schrieb er in einem Gedicht, „irgendwann […]
Singapur: wie geht ein zweckfreies Leben?
Eine Lektürenotiz: Der Literaturlehrer Sukhin stolpert nicht nur ziemlich zweckfrei und sinnentleert durch sein Leben, sondern eines Tages über einen Haufen Karton. Als eine Gestalt auf ihn zukommt, erschrickt er. Die Obdachlose ist Jinn, seine Freundin, die vor Jahren spurlos verschwand. So beginnt dieser Roman aus Singapur und durchschreitet mit seltenem Humor gesellschaftliche Barrieren. Nachdem […]
Derborence …
… ist eine Wand, ist keine Wand, denn sie ist voller Furchen, Kanten, Löcher, bleckenden, leckenden Wasserzungen, weiter unten und auf halber Höhe Geröll, wo vor mehr als 200 Jahren der Berg herunterkam, so hat es Ramuz beschrieben in seinem Roman Derborance, es muss hier gewesen sein, als der Berg einen Gesteinswulst vor sich herschob, […]
Zuschütten
Das Gemäuer, bis auf die Grundmauern verkohlt, verrußt die Steine, Säulen, geschmolzen die Kronleuchter, Kerzenständer, Treppengeländer. Und ein Jahr danach die Trümmer in den Keller geschoben, die Küchenfliesen mit Schutt zugedeckt. Viel später dann alles wieder aufgerissen für eine Tiefgarage, doch den Behörden ging das Geld aus, das Loch also wieder zugeschüttet. Und heute jeden […]










