«Über Kreuz»

Ein Workshop für Übersetzer und Lektoren im Übersetzerhaus Looren (Schweiz)

Von 2. November bis 6. November 2011

Die Zusammenarbeit zwischen Übersetzern und Lektoren gestaltet sich mitunter diffizil. Bei Fragen der Art: Wie weit soll/darf sich ein Übersetzer vom Original entfernen, wie stark ein Lektor die Übersetzung «glätten»? Wie viel Fremdheit kann ihm – resp. «dem Leser» – zugemutet werden? geraten sie beinahe zwangsläufig «über Kreuz». Diese Differenzen, stereotyp aufgefasst, können die Kommunikation zwischen beiden behindern und ermüden, bergen jedoch zugleich ein enorm kreatives Potenzial, das zu aktivieren Ziel dieses Workshops ist.

Anhand von Textproben aus der je «eigenen Werkstatt», die von Lektoren und Übersetzern als Bewerbung eingereicht wurden, diskutieren wir aus der «Doppelperspektive» die unterschiedlichsten Probleme der Übersetzung aus diversen Sprachen in die Zielsprache Deutsch. Per Rollentausch – Lektoren übersetzen, Übersetzer lektorieren – und andere Übungen wird die eigene Tätigkeit reflektiert, das literarische Sensorium verfeinert.

Der gemeinsamen Selbstwahrnehmung beider Berufsgruppen als Schreibende dient ein spezieller Kurzworkshop mit dem Kommunikationswissenschaftler Prof. Otto Kruse (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), in dem Kreativstrategien entwickelt und Wege zur Auflösung von Schreibblockaden aufgezeigt werden.

Professionelles Feedback steht ebenfalls zur Diskussion: Wie lassen sich Änderungsvorschläge plausibel machen, wie geht ein Übersetzer gewinnbringend damit um? Aus dieser Fragestellung ergibt sich im besten Falle eine substantielle Verbesserung des Verhältnisses zwischen Lektor und Übersetzer.

Werkstattleitung: Alice Grünfelder (Lektorin, Zürich) und Andreas Tretner (Übersetzer, Berlin)

Bewerben können sich Lektorinnen und Lektoren, die Übersetzungen lektorieren, sowie Übersetzer und Übersetzerinnen von Belletristik, Sachbuch, Essay und Lyrik mit Berufserfahrung.  Bewerber, die mit Literatur aus Ost- und Südosteuropa arbeiten, werden bevorzugt, dennoch möchten wir auch andere Übersetzer und Übersetzerinnen sowie Lektoren und Lektorinnen unbedingt ermuntern, sich zu bewerben.

Genauere Infos zu den Teilnahmebedingungen etc. finden Sie hier auf www.looren.net

Die rote Staatsanwältin

Pistole in der Hand der Partei

Eine Staatsanwältin berichtet aus dem Innern des chinesischen Rechtssystems:

„Immer wieder musste ich Fälle bearbeiten, bei denen ich mit den Verdächtigen sympathisierte“, so Xiao Rundcrantz in ihrem autobiografischen Bericht. Neben der persönlichen Geschichte einer jungen Frau, die mit 18 Jahren ihre Ausbildung als Staatsanwältin beginnt, wird hier das chinesische Rechtssystem geschildert – die Einblicke sind ernüchternd. Über die desolate Lage der Anwälte schreibt Xiao Rundcrantz beispielsweise: „Die Stellung der Rechtsanwälte in China ist so schwach, dass Polizisten, Staatsanwälte und Richter sie völlig ignorieren können. Im Gerichtssaal dienen sie lediglich der Dekoration.“

Die rote Staatsanwältin Mit der Öffnung Chinas und Deng Xiaopings Reformkurs zu Beginn der Neunzigerjahre habe sich das System keineswegs verbessert, im Gegenteil: Die Korruption innerhalb des Gerichtswesens habe sprunghaft zugenommen, und Rechtsanwälte wurden zu Überbringern von Bestechungsgeldern degradiert. Das Recht diene allein den Machthabern, dies sei das oberste Gesetz, so die ehemalige Staatsanwältin, die heute in Schweden lebt.

Xiao Rundcrantz litt im Laufe der Jahre zunehmend darunter, wenn Leute beispielsweise als Opfer von politischen Entscheidungen ungerecht behandelt, Schuldige hingegen freigekauft wurden. Gleichzeitig war aber selbst sie nicht untätig, als es darum ging, für Bekannte und Verwandte ein milderes Strafmaß zu erwirken. Doch von Jahr zu Jahr verlor sie zunehmend das Gefühl dafür, auf welcher Seite der Fronten sie eigentlich stand.

Diese innere Entfremdung führt schließlich auch zur Trennung von ihrem Mann. „Wenn ich weiterhin mein wahres Ich verleugnete, würde ich am Ende vielleicht ein kalter, verhärteter Mensch werden. Der Gedanke machte mir Angst.“

Doch zurück zu den Zustandsbeschreibungen des chinesischen Rechtssystems: Todesstrafen werden als abschreckendes Beispiel verhängt: „Indem wir einen töten, warnen wir Hunderte.“ Die Einweisung in ein Arbeitslager konnte von der Polizei angeordnet werden, selbst wenn keine Beweise für die Schuld vorlagen, die Verdächtigung allein genügte schon. Leute wurden zu Oberstaatsanwälten berufen, ohne Jura studiert zu haben. Die Kriminalitätsrate sei in den letzten Jahren um das Dreifache gestiegen, so die Autorin, ebenso die Summe der Schmiergelder.

So stilisiert sich die ehemalige Anklägerin ein wenig als Opfer, um nun vom Westen aus eine Art Anklageschrift zu verlesen. Allerdings wäre es vermessen, ihr dies vorhalten zu wollen, denn jegliche systemimmanente Kritik hätte zum sofortigen Verlust des Arbeitsplatzes geführt, möglicherweis auch zu Repressalien, denn oft genug wurde Xiao Rundcrantz gedroht.

Wer hier allerdings eine scharfe Analyse des chinesischen Rechtssystems erwartet, wird enttäuscht. Zwar bestechen Xiao Rundcrantz’ nüchterne Beschreibungen, gerade weil sie nichts beschönigen, auch nicht ihre eigene Rolle, doch die Unfähigkeit, das System generell zu hinterfragen und stattdessen die Schuld bei sich zu suchen, führt schließlich zum Sturz bei diesem schwierigen Balanceakt, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.
Alice Grünfelder

Xiao Rundcrantz: Rote Staatsanwältin. Freiburg: Herder-Verlag, 2007. 352 Seiten, mit Abbildungen, sFr 15,90 / Euro 9.95

LiteraTour an den Rändern Chinas entlang

Vortrag & Lesung mit Alice Grünfelder.

Die unglaubliche Größe Chinas, die urbanen Räume in Shanghai und die international aufsehenerregende Architektur in Beijing sind durchaus beeindruckend, die Vielfalt des Landes und die Gleichzeitigkeit verschiedenster Lebenswelten sind indes faszinierend. Gerade in der Literatur spiegeln sich die Diskrepanzen zwischen den Kulturen, zwischen Zentrum und Peripherie, zwischen chinesischer Herrschaft und ethnischem Selbstbewusstsein eindrücklich wider.
Auf dieser Literatour an den geografischen Rändern Chinas entlang erzähle ich von den Schamanen aus der Mandschurei, von Wölfen der Inneren Mongolei, von Überlieferungen aus Xinjiang, einem Kloster in Tibet, von den Frauen in Yunnan und einer Kindheitserinnerung aus Hongkong.

Ort: Tibet Songtsen Haus
Zeit: 28.1, 19.30 Uhr

Künstler aus Birma in Berlin

BEYOND INSIGHTS – Zeitgenössische Kunst aus Birma/Myanmar

Tun Win Aung | Wah Nu | Win Thanda | Phyoe Kyi | Min Thein Sung | Wai Mar Nyunt

Ausstellung Beyond InsightsBEYOND INSIGHTS zeigt aktuelle Positionen sechs Künstler und Künstlerinnen aus Birma/Myanmar, AbsolventInnen
der University of Culture Yangon, die Themen wie Alltag, Tod, Tradition und Moderne durch die Medien Malerei, Foto, Video
und Objekt reflektieren. Diese erste Ausstellung zeitgenössischer Kunst aus Burma/Myanmar in Deutschland wurde durch
den Kunstverein Bad Aibling ermöglicht und gibt Einblicke in ein sich veränderndes Land.

Eröffnung: Freitag, 12. November 2010, 19 – 21 Uhr
Ort: Gallery CON.form Architects, Brunnenstrasse 3, 10119 Berlin
Ausstellungsdauer: 13.11.-10.12.2010

Mehr Informationen hier:www.asia-unlimited.net

Wenn Sie Hintergrundinformationen über Birma suchen – werfen Sie doch einmal einen Blick in den Kulturkompass Reise nach Birma , u.a. herausgegeben von Alice Grünfelder.

Meinungsfreiheit in Südostasien

Dieses Interview mit der thailändischen Verlegerin Trasvin Jittidecharak führte Alice Grünfelder im Frühjahr 2009; seit der Übernahme des Militärs steht zu befürchten, dass die Meinungsfreiheit im Lande nicht mehr selbstverständlich ist. Thailänder lesen ca. zwei Bücher pro Jahr, doch die steigenden Umsatzzahlen (knapp 10 Prozent seit 2003) verweisen auf einen erstaunlich florierenden Wirtschaftszweig, so der thailändische Verlegerverband. Trasvin Jittidecharak, Silkworm Books, ist nicht nur eine engagierte Verlegerin, sondern organisiert auch Workshops in Laos, Kambodscha und Vietnam.

Warum haben Sie den Verlag Silkworm Books ausgerechnet in Chiang Mai, im Norden Thailands, angesiedelt und nicht in Bangkok, wo sich doch alles auf die Hauptstadt konzentriert?

Meine Eltern waren Buchhändler in Chiang Mai und führten die Buchhandlung, die ihnen selbst gehörte, 53 Jahre lang. Erst letzten November verkaufte meine Schwester das Geschäft. Ich selbst habe 1989 Silkworm Books zwar ins Handelsregister eintragen lassen, doch richtig aktiv wurde ich erst zwei Jahre später. Ich lebe sehr gern in Chiang Mai, denn ich schätze die kreative Atmosphäre hier. Aber es stimmt, letzten Endes spielt sich alles in Bangkok ab. Will man Bücher verkaufen, muss man mit einer effizienten Vertriebsstrategie in Bangkok ansetzen.

Seit wann gibt es eigentlich Verlage in Thailand?

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Verlage gegründet, damals aber waren das lediglich Anhängsel von Druckereien. Nur langsam entwickelte sich das Verlagswesen: Zwischen 1950 und 1970 förderte der Staat hauptsächlich die Publikation von Schulbüchern, während sich der private Sektor auf Unterhaltungsliteratur stürzte. Mit dem kurzen demokratischen Frühling 1970 erwachte auch der Hunger nach mehr Lesefutter. Viele ausländische Werke wurden in den darauffolgenden Jahren übersetzt, ohne dass man sich um das Copyright gekümmert hätte. Erst seit 1990 haben sich der Buchhandel und das Verlagswesen – wie überhaupt die Medien – zu einem profitablen Wirtschaftszweig entwickelt. Thailand hatte in den Neunziger zweistellige Wachstumszahlen, und eine sogenannte Mittelklasse konnte sich etablieren. Diese Entwicklung ermöglichte es den Verlagen, sich aus dem Schatten der Druckereien zu lösen, und auch die Buchhändler wurden aktiver.

Wie wird denn in Thailand ein Buch zum Bestseller?

Mehr als 60 Prozent aller Bücher – und damit unterscheide ich nicht zwischen Belletristik und Sachbuch – sind Werke, die übersetzt wurden, und mehr als 80 Prozent wiederum sind Übersetzungen aus dem Englischen. Ein amerikanischer Bestseller hat also gute Chancen, auch in Thailand zu einem Bestseller zu werden. Für die meisten Bücher, die in Thai geschrieben werden, muss man schon die PR-Maschine anwerfen, wenn man Erfolg haben will. In den letzten zehn Jahren haben beispielsweise bekannte Persönlichkeiten aus dem Showbusiness Bücher über sich selbst geschrieben und auch selbst veröffentlicht. Da machte solch eine Celebrity Werbung für Kabelfernsehen und verkaufte gleich mehr als 100 000 Exemplare ihres Buches, das nichts anderes enthielt als Kolumnen, die zuvor in einer Wochenzeitschrift schon erschienen waren. Viele thailändische Romane werden zuerst als Fortsetzungsroman in einer Zeitschrift abgedruckt und nur, wenn sie erfolgreich sind und bei den Lesern gut ankommen, kommen sie als Buch heraus.]

Die Titel in Ihrem Verlagsprogramm scheinen recht ambitioniert und anspruchsvoll, manche sogar ein wenig gefährlich, wie beispielsweise „Blood Brothers: Crime, Business and Politics in Asia“ des Südostasienexperten Bertil Lintner. Und auch Nick Wilgus legt in seinen Krimis den Finger auf die wunden Punkte der thailändischen Gesellschaft. Wie schwer ist es, solche „schwierigen“ Bücher zu verkaufen?

Die Mehrheit der Leser in Südostasien ist zwar nicht so anspruchsvoll wie die Leser im Westen, dennoch sind unsere Bücher durchaus gefragt. Und ja, die meisten Titel dürfen wir offiziell gar nicht in den Nachbarländern verkaufen. Da spielt es schon eine große Rolle, dass unser Verlag seinen Sitz eben in Thailand hat. Auch in geografischer Hinsicht ist dies von Vorteil, denn Thailand liegt sozusagen in der Mitte von Südostasien. Zudem funktioniert die Post einigermaßen gut – wenngleich ich zugeben muss, dass viele Päckchen noch immer spurlos verschwinden. Und wir genießen hier mehr Meinungsfreiheit als beispielsweise in Vietnam und Kambodscha.
Es ist tatsächlich nicht ganz einfach, englischsprachige Bücher zu verlegen. Schließlich stehe ich damit in Konkurrenz zur ganzen Welt, aber in Thailand selbst habe ich damit eine Nische gefunden. Unsere Leser lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: In Akademiker, deren Zahl in den letzten Jahren mehr oder weniger gleich geblieben ist, und in die wirklich interessierten Reisenden. Englisch ist zudem die Lingua Franca für Wissenschaftler in Südostasien, und je besser die Ausbildungssituation ist, desto mehr Leser werden generiert.
Ich würde übertreiben, wenn ich behauptete, dass wir finanziell gut dastehen würden. In der derzeitigen Wirtschaftskrise sind wir schon froh, wenn uns das Wasser nur bis zum Hals steht. Um zu überleben, müssen wir den Markt genau analysieren und einen realistischen Endverkaufspreis bestimmen, denn n Preiserhöhungen für Benzin und Lebensmittel haben direkten Einfluss auf den Markt. Als beispielsweise 1997 die ganze Region in eine wirtschaftliche Krise schlitterte, verloren zwar viele Koreaner ihren Job, doch die Kinder- und Jugendliteratur boomte. Die koreanischen Eltern setzten ihre ganze Hoffnung in die nächste Generation und investierten jetzt erst recht in die Ausbildung ihrer Kinder. Ich habe daraus einen ganz persönlichen Schluss gezogen: Wenn die Konkurrenz zunimmt und das Geschäft härter wird, müssen die Leute besser informiert sein und eben gerade darum unsere Bücher lesen.

Was hat es mit der Mekong Press unter dem Dach von Silkworm Books auf sich?

Immer mehr Werke aus dem Westen werden übersetzt, aber Bücher von südostasiatischen Autoren werden im Westen kaum gelesen. Das fehlende Bindeglied ist wie so oft die fehlende Information darüber, wie man publiziert, wie man Geld für Bücher auftreibt und wie man sie verkauft. Ich schlug der Rockefeller Stiftung vor, diesen Graben zwischen Ost und West zu schließen, indem man das einheimische Verlagswesen fördert, und sie akzeptierten meinen Vorschlag. Mekong Press firmiert als NGO. Und wir unterstützen jedes Jahr die Ausbildung eines angehenden Verlegers hier bei Silkworm, letztes Jahr luden wir gleich zwei Laoten ein. Wir bieten auch Workshops übers Bücherverlegen an und geben praktische Tipps weiter. In Vientiane organisierten wir ein Seminar über Korrektorat und Lektorat und in Hanoi einen Workshop zum internationalen Urheberrecht. Zudem planen wir derzeit einen Workshop zum Thema Lektorat in Phnom Phen, weil mich neulich ein Verleger fragte, was das überhaupt sei und ob es mit dem Drucken eines Buchs nicht getan wäre.

Geraten Sie dabei in Konflikt mit den jeweiligen Regierungen?

In Vietnam sind alle Verlage Staatsbetriebe. Sie können alles publizieren, solange sie regierungskonform sind. In der Praxis gibt es zwar viele Unternehmer, die in eine Publikation investieren, doch sie dürfen dafür keinen Kredit aufnehmen und müssen sich zudem an die Vorgaben der Zensurbehörde halten. Solch eine strenge Informationspolitik ist ein Fallstrick. Wir versuchen, Verlagsmitarbeitern Know-how zu vermitteln, und laufen damit gleichzeitig Gefahr, gegen die Gesetze zu verstoßen.
In Kambodscha hingegen ist die Gesellschaft offener, es gibt auch mehr Möglichkeiten, doch die Wirtschaft funktioniert dort nicht wirklich. Der Staatshaushalt befindet sich in völliger Abhängigkeit von ausländischen Geberländern. Die einfache Bevölkerung kann sich kein Buch leisten. So weit ich weiß, unterstützt die französische Regierung großzügig Kinder- und Jugendbuchverlage, aber das reicht nicht. Die Druckereien sind auf NGOs als Kunden angewiesen (ähnlich wie in Laos). Ich glaube, es wird noch etwa fünf Jahre dauern, bis sich diese Situation verbessern wird.
Mir bleibt jedenfalls die Hoffnung, dass wir für das Printwesen Standards setzen können. Und wir glauben, dass die Qualität und die Quantität der Leser einen nachhaltigen Einfluss auf die Meinungsfreiheit haben wird, an der es hier in der Region noch mangelt.

Silkworm Books
www.silkwormbooks.com
www.mekongpress.com

© Das Interview erschien im Frühjahr 2009 in LiteraturNachrichten, hrsg. Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika.

Literatur aus Thailand:
Rattawut Lapcharoensap: Sightseeing (Kiepenheuer)
Reise nach Thailand: Geschichten fürs Handgepäck (Unionsverlag)
Nick Wilgus: Der Pfad des Mörders (Ullstein)
Christopher G. Moore: div. Krimis (Unionsverlag)

2. Tibetisches Filmfestival

Filming for Tibet kündigt das zweite Tibet Film Festival an

Zürich, 29./30. Oktober 2010

„Es gibt mittlerweile viele Tibet-Filmfestivals. Unseres ist insofern einzigartig, als wir uns auf tibetische Produktionen konzentrieren und ein Programm anbieten, das auch für ein internationals Publikum attraktiv ist. Als tibetischer Filmemacher bin ich besonders am aktuellen tibetischen Filmschaffen interessiert und freue mich, Gleichgesinnte kennen zu lernen,” meint Festivalleiter Lobsang Sotrug.

Das Festival zeigt Spielfilme, Dokumentarfilme, aber auch Experimentalfilme, die in den letzten zwei Jahren von Tibetern produziert wurden, u.a. den Film “Open Road”.

1. Tibetischer Kurzfilmwettbewerb

Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals steht der Kurzfilm. Aus diesem Grund rief die Festivalleitung etablierte tibetische Filmemacher, aber vor allem auch Newcomer auf, am Wettbewerb und zur Einsendung eines 5-Minuten-Films zum Thema Identität teilzunehmen.

Tatsächlich sind verschiedene interessante Beiträge eingegangen, findet Alice Grünfelder, die in der Jury saß. Mit gänzlich unterschiedlichen stilistischen Mitteln und künstlerischen Konzepten gingen angehende Filmemacher das Thema an.  Den ersten Preis gewann der junge Tibeter Lobsang Reichlin mit einem ungewöhnlichen Animationsfilm. „Diese filmische Graphic Novel mit unbewegten Schwarz-Weiß-Bildern überrascht. Muten die Bilder in den ersten Einstellungen ein wenig naiv an, wird die Geschichte durch die dynamische Filmmusik und die harten Übergänge dramaturgisch zugespitzt“, so Alice Grünfelder.

Die Preise wurden am 30.10. 2010 von Lhamo Tso überreicht, der Frau des verhafteten Filmregisseurs Dhondup Wangchen.

„Filming for Tibet“ hat das Tibet Film Festival in Kooperation mit dem Verein Tibeter Jugend in Europa ins Leben gerufen. Das Festival ist dem tibetischen Filmemacher Dhondup Wangchen gewidmet, der am 28. Dezember 2009 von einem chinesischen Gericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Tibet Filmfestival: filmingfortibet.com

Oleg Jurjew erhält den Hilde-Domin-Preis

Gestern wurde dem russisch-jüdischen Schriftsteller Oleg Jurjew der Hilde-Domin-Preis in Heidelberg verliehen.  In seiner Rede setzte er sich vor allem mit den Begriffen Exil und Ausgrenzung auseinander. Was bedeutet Exilliteratur für einen, der in Deutschland lebt und schreibt? Seine Rede wurde in der Neuen Zürcher Zeitung abgedruckt.

In der Jury saßen Alice Grünfelder, Katrin Hillgruber, Barbara Honigmann, Andreas Kelletat und Hans Thill.

5./6.11.2010: Nury Vittachi und seine Feng-Shui-Show

Lesung, Gespräch und Musik mit Nury Vittachi

Moderation: Alice Grünfelder

Nury Vittachi wird beim Krimifestival „Mord am Hellweg“ aus seinem Roman Im Auftrag seiner Majestät vorlesen, aber mehr als das! Denn wie stellt man es an, nicht zwischen dem East-meets-West-Clash zermalmt zu werden? Auf diese und andere Fragen wird uns Nury Vittachi launige Antworten geben.

Bilder & Text von Nury Vittachi über seine Begegnungen und Eindrücke vom Festival hier auf seinem Blog.

Eindrücke von der Buchmesse 2009:
Buchmesse 2009