Vietnam fürs Handgepäck

Vietnam fürs Handgepäck
Geschichten und Berichte – Ein Kulturkompass
Herausgegeben von Alice Grünfelder

Das Gefühl der Unterdrückung ist die nachhaltigste Erfahrung, die das vietnamesische Volk immer wieder in seiner Geschichte machen musste: Kriege gegen China, Frankreich, USA. Aber wie kein anderes Volk verstanden die Vietnamesen sich anzupassen und kulturelle Werte zu übernehmen – zunächst die chinesischen, später die westlichen, insbesondere die französischen. Gleichwohl ziehen Klänge wie der Name Saigon, erotische Lust und kulinarische Gelüste den Schleier der Vergangenheit zur Seite und geben den Blick frei auf ein Land und ein Volk, das unberirrbar nach vorn schaut und in der Gegenwart lebt – wie ein alter Baum, dem keine Katastrophe etwas anhaben kann, so der buddhistiche Mönchsgelehrte Thich Naht Hanh, und der immer wieder neues Leben hervorbringt.

Autoren in diesem Band: Marguerite Duras, Oriana Fallaci, Martina Katz, Kim Thuy, Heinz Kotte und Rüdiger Siebert, Nguyen Huy Thiep, Pham Thi Hoai, Carolin Philipps, Thich Nhat Hanh, Tran Thuy Mai, Gerhard Waldherr.

Und warum gerade ein Buch über Vietnam? Mehr darüber hier:

Taschenbuch UT 574
Unionsverlag, 2012
www.unionsverlag.com

Rezension von Ina Baumbach.

Cover mit Mönch

Flügelschlag des Schmetterlings

Cover mit MönchFlügelschlag des Schmetterlings
Tibeter erzählen

Herausgegeben von Alice Grünfelder

Übersetzungen aus dem Chinesischen und Englischen von Alice Grünfelder, aus dem Tibetischen von Franz Xaver Erhard

Das Unbehagen in der eigenen und fremden Kultur macht die Tibeter im mehrfachen Sinne zu modernen Nomaden des 21. Jahrhunderts.

Zum ersten Mal versammelt dieser Band vielfältige und kontroverse Texte von tibetischen Autorinnen und Autoren der jüngeren Generation aus Tibet und dem Exil.

Der Protagonist in Alais Erzählung Blutsbande hat einen chinesischen Großvater und einen tibetischen Vater; als er mit chinesischem und tibetischem Namen gerufen wird, zerreißt es ihm fast das Herz. In Ralo von Tsering Döndrub begegnen wir einem haltlosen jungen Mann, der seine Umwelt nicht versteht. Während in Tibet lebende Schriftsteller Kritik subtil oder verfremdet in ihre Texte einfließen lassen, artikuliert der Exil-Tibeter Palden Gyal ganz unverblümt die Ungerechtigkeiten, die während der Kulturrevolution geschahen. Umso mehr erstaunen die persönlichen Eingeständnisse von Exilanten, die wieder die Annäherung an Tibet suchen.

Mit Texten von Alai, Jamyang Norbu, Tsering Öser, Tenzin Tsundue und vielen anderen.

Hardcover, ISBN 3-293-00406-7
Unionsverlag, 2009
www.unionsverlag.com

Was andere über das Buch sagen:

Interview mit der Herausgeberin:
www.fairunterwegs.ch

Weitere Besprechungen:
Deutschland Radio
Berliner Literaturkritik
Epoch Times
Kundenrezension auf Amazon
Gudula Linck im Internationale Asienforum : Linck-Interna Asien

Cover golden

Reise nach Myanmar

Cover goldenReise nach Myanmar (Birma)
Herausgegeben von Alice Grünfelder und Lucien Leitess

Das Land der goldschimmernden Pagoden ist ein ewiges Faszinosum für Reisende damals wie heute. Autoren lüften die Rätsel um die kostbaren weißen Elefanten, um den verlassenen Königspalast in Mandalay und die Rituale des Schlangengottes. Sie berichten aber auch über die Schattenseiten des Landes wie den Opiumhandel im Goldenen Dreieck, die geheimen Routen der Kunsträuber und die Herrschaft der Generäle.

Mit Texten von Michael Aris über Aung San Suu Kyi, Pierre Loti, Cees Noteboom, Emil Nolde, Paul Theroux, Shway Yoe, Amitav Gosh, George Orwell, Aldous Huxley, Roland Schüssel, Bertil Lintner, André Boucoud, Ma Thanegi, Mya Than Tint.

ISBN 3-293-20443-0
UT 443 – Unionsverlag, 2009
www.unionsverlag.com

Rezension auf fairunterwegs.org:
Der neue Kulturkompass zu Burma – ein Schlüssel zum Verständnis
Rezension auf siamheute.de:
Reise nach Myanmar (Birma) Kulturkompass fürs Handgepäck

Schriftrolle

Reise in den Himalaya

SchriftrolleReise in den Himalaya
Geschichten fürs Handgepäck

Herausgegeben von Alice Grünfelder

Erzählungen aus den Ländern des Himalaya berichten jenseits aller verklärenden Nostalgie von dessen ungebrochener Anziehungskraft und vom Leben in den abgelegenen Bergregionen.

Der Himalaya ist Wohnsitz der Götter, die Berge sind Leitern, auf denen man in den Himmel gelangt. Im Himalaya finden sich die vielfältigsten Kulturen und Religionen. Die einen ziehen sich dorthin zurück, sei es nun auf der Suche nach Erleuchtung oder auf der Suche nach sich selbst. Andere wiederum, wie die tibetischen Flüchtlinge in Indien, werden aus dem Hochland vertrieben. Und manche Bergsteiger erkennen schließlich, dass es im Leben Schwierigkeiten gibt, die zu bewältigen eine weit größere Herausforderung darstellen als die Besteigung des Everests.

Autorinnen und Autoren aus Nepal, Bhutan, Tibet, China und Indien, die hier zum Teil erstmals auf Deutsch vorgestellt werden, berichten von Spiritualität und Alltag, politischen Umwälzungen und religiösen Mythen.

Aktualisierte Neuausgabe von »Himalaya – Menschen und Mythen«.
UT 421, 256 Seiten ISBN 3-293-20421-X
Unionsverlag 2008
www.unionsverlag.com

Rezension auf Tourismwatch

cover berge

Himalaya. Menschen und Mythen

Himalaya. Menschen und Mythen
Herausgeberin: Alice Grünfelder

317 Seiten
Unionsverlag, 2002, 2004
www.unionsverlag.com

Erzählungen aus den Ländern des Himalaya berichten jenseits aller verklärenden Nostalgie von dessen ungebrochener Anziehungskraft und vom Leben in den abgelegenen Bergregionen.

früheres Cover

Hong Kong in Berlin

Hong Kong in Berlin
Festival of Vision

Co-Herausgeberin Alice Grünfelder

‚Festival of Vision: Hong Kong – Berlin‘ was organized by the House of World Cultures in Berlin and the Institute of Contemporary Culture in Hong Kong to facilitate and stimulate cultural dialogue and exchange between the two cities. The first phase of ‚Festival of Vision‘, 29 July to 10 September 2000, brought Hong Kong art and culture to the people of Berlin in the form of a bamboo pavilion, exhibitions, films, concerts, dance and theatrical performances and multimedia projects.

This publication includes contributions by Hans-Georg Knopp, Danny Yung, Ulrich Sacker, Benjamin Lee, Hartmut Haubermann, Horace Wan-Kan Chin, Beate Rusch, Vicki C.H. Ooi, Leung Ping-kwan, Rocco Yim, Desmond Hui, Leung Man-tao and others.

Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2000
– www.hkw.de
– Katalog im hkw-Shop-Archiv
Website zum Festival of Vision 2000

www.hongkongberlin.net/

 

 

An den Lederriemen geknotete Seele

An den Lederriemen geknotete Seele
Erzähler aus Tibet

Herausgegeben von Alice Grünfelder
Aus dem Chinesischen von Alice Grünfelder und Beate Rusch

Tibet – die Neuentdeckung einer uralten Zivilisation und einer jungen Literatur.

Vor wenigen Jahren erst ist eine moderne tibetische Literatur entstanden. Provozierend, ambivalent und mit unkonventionellen Mitteln wirft sie einen unverstellten Blick auf ein unbekanntes Tibet, das zwischen modernen und traditionellen Vorstellungen von Leben und Tod, zwischen tiefer Religiosität und Atheismus zerrissen wird.

Tashi Dawa fängt die magische Vorstellungswelt ein, in seinem verblüffenden Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen konfrontiert er die Gegenwart mit der Vergangenheit. Alais eindringliche, kritische Beschreibungen von Natur und Zivilisation führen in den Alltag der Tibeter: In seiner Erzählung »Pilze« schwatzen tibetische Kader den Nomaden Heilpilze ab und verkaufen sie für ein Vielfaches an ein japanisches pharmazeutisches Unternehmen. Daß dabei die tibetische Tradition zerstört wird, scheint nur der Hauptperson der Erzählung bewusst zu sein.

Sebo ironisiert und verfremdet in seinen Erzählungen, was religiösen Tibetern heilig ist, aber auch über die Fortschrittsgläubigkeit macht er sich lustig. Seine Erzählungen sind als chiffrierte Herausforderung an alle Glück und Heil verheißenden Wahrheiten zu lesen. Diese drei tibetischen Erzähler entfalten ein überraschendes Panorama von Menschen, Glaubenswelten und Naturgewalten. Sie ermöglichen uns den Blick von innen auf eine der ältesten und rätselvollsten Kulturen dieser Welt.

UT 160, 160 Seiten – Gebundene Erstausgabe 1997
ISBN 3-293-00238-2 (1997) ISBN 3-293-20160-1 (2000)
Unionsverlag
www.unionsverlag.com

Geschichte einer japanischen Jacke

Als ich diese Sukajan das erste Mal sah, rettete mich nur die Kleidergröße davor zuzuschlagen, denn die Jacke war eindeutig zwei Nummern zu groß. Immer wieder schlich ich in den Laden, probierte die Jacke an, doch selbst die verkaufsbegierige Verkäuferin schüttelte missbilligend den Kopf. Wars beim dritten Mal, als ich mich endlich traute zu fragen, ob es denn nirgendwo sonst in der Stadt diese Jacke ein bisschen kleiner gäbe?
Natürlich, sie würde sofort herumtelefonieren, tats und fand sie.

Ich also eine Stunde später im Besitz dieser japanischen Bomberjacke mit Tiger und Kranich bestickt. Und noch später sollte ich in einer Ausstellung im HKW dieselbe Art von Jacken an ein paar Kleiderbügeln sehen. Hatte ich gänzlich ahnungslos ein Kunstwerk erworben? Oder schwante mir da schon etwas, hatte ich deshalb die Jacke mutlos ein Jahr lang ungetragen im Kleiderschrank versenkt?

Diese Sukajans also waren lt. Ausstellungsbroschüre während des Koreakriegs (1950-53) unter den amerikanischen Soldaten, die damals in Japan stationiert waren, ein begehrtes Souvenir – der Hit schlechthin. Und später bestickte die Yakuza-Mafia diese Jacke mit ihren eigenen Symbolen. Was taten die Jacken aber hier in einer Ausstellung in Berlin, was bittesehr wollte der Künstler Yuichiro Tamura uns damit zeigen? Wie lange die USA nicht nur militärisch, sondern auch kulturell die Macht über Ostasien besaßen, selbst in Fragen der Mode und des Hip-Seins?

So finden sich auf amerikanischen Bomberjacken eben asiatische Motive wie Tiger, Drachen, die schwarz-weiße Yin-Yang-Scheibe. Eine faszinierende Stilkombination: Krieg in Korea & Dauerpräsenz der amerikanischen Streitkräfte in Japan & Codes der Yakuza. Ein schillerndes Kleidungsstück allemal.

Ella Maillart will hoch hinaus

Schon als Kind war Ella Maillart ehrgeizig, das zeigen nicht nur der aktuelle Film „Les voyages extraordinaires d`Ella Maillart“, sondern auch die Fotos in einem kleinen Museum in einem kleinen Ort inmitten der Walliser Alpen: Warum kehrte Ella Maillart nach dem Zweiten Weltkrieg aus Indien zurück und fand ausgerechnet in Chandolin eine zweite Heimat?

Das wollte ich herausfinden, deshalb fuhren wir am ersten Tag des neuen Jahres dort hinauf, wo erst Ende der fünfziger Jahre eine Straße gebaut worden war. Davor wanderte Ella Maillart eine Stunde zu Fuß nach Chandolin.

Tatsächlich ist die Welt hier zu Ende, die Bäume wachsen nicht mehr, der Himmel beginnt, Wolken türmen sich über spitzen Gipfeln, und immer wieder ein Tiefblau, das einen weiten Horizon verheißt. So wie im Hindukush, in Baltistan, Karakorum, Xinjiang,  wohin Ella Maillart mit 22 Jahren aufgebrochen war. (In der Ausstellung ist u.a. ihr gefälschter Pass zu sehen, mit dem sie im Westen Chinas unterwegs war). Hat sie die Bergwelten miteinander verglichen, als sie hier Zuflucht suchte? Aber war es überhaupt eine Flucht vor der Welt? „Sie kam, wenn der letzte Schnee schmolz, und ging, wenn der erste Schnee fiel“, steht irgendwo im Museum geschrieben. Wohl eher ein Sehnsuchtsort, diese kleine Chandolin in den Walliser Alpen.